Ausstellungsvorschau

Drunter und Drüber – Künstlerische Annäherung an historische Textilien

Juliane Laitzsch und Gertrud Riethmüller

Herzliche Einladung zur Eröffnung am Freitag, 26. Januar 2024, 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 26.01. bis 17.03.24

Juliane Laitzsch analysiert in ihren großformatigen Zeichnungen spätantike Textilfragmente. Dabei geht es – im Gegensatz zur zeichnerischen Erfassung durch Archäolog*innen oder Restaurator*innen – nicht allein um die Dokumentation, sondern um den Prozess des Sehens selbst, der sich im Prozess des Zeichnens materialisiert. Im wiederholten Zeichnen und Abbilden wird das Original in die Gegenwart transformiert. Im Gewebten und Geflochtenen „drunter und drüber“ wird das Textile zu einer zeitüberspannenden Metapher. Gertrud Riethmüller wendet für ihre große Soundinstallation aus schwarzen Kabeln in Form eines Spitzenkragens die aufwendige Technik des Klöppelns an. Durch die hörbaren fiktiven Stimmen, dehnt sich die Installation in den Raum aus. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen ästhetischer Anziehung und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen der Klöpplerinnen im 18. Jahrhundert. In der Ausstellung DRUNTER UND DRÜBER gelingt es den Künstlerinnen, das Textile über seinen ursprünglichen Kontext hinaus zu führen und neue Bedeutungsebenen zu eröffnen.

Juliane Laitzsch, Detail eines Fragments, Bleistift, Buntstift, Gouache auf Papier, 80 cm x 120 cm, 2020

Gertrud Riethmüller, Ein Kragen – Im Tanz der Verflechtung, Handzeichnung, 2022

 

Gertrud Riethmüller *1961, Studium Neue künstlerische Medien bei Prof. Ulrike Rosenbach an der Hochschule der Bildenden Künste Saar; Teilnahme an internationalen Medienkunstprojekten; Ausstellungen mit Installationen, Performances, Videoskulpturen, Objekten und Zeichnungen; Förderstipendien und Kunstpreise wie z. B. Rheinischer Kunstpreis 2023. Gertrud Riethmüller lebt und arbeitet in St.Wendel-Dörrenbach. gertrud-riethmueller.de

 

Juliane Laitzsch *1964, Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste in Bremen und an der Universität der Künste in Berlin bei Prof. Rolf Szymanski und Katharina Karrenberg; mehrere Arbeits- und Forschungsstipendien; Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen; 2017 – 2022 Dissertation „Spätantike Textilien – Experimente der Annäherung“ an der Kunstuniversität Linz; in zahlreichen Ausstellungen vertreten. Juliane Laitzsch lebt und arbeitet in Nordwestmecklenburg. julianelaitzsch.de

Im Anschluss:

Mane Hellenthal: 19. April bis 09. Juni 2024